Impuls von Pfr. Uwe Hasenberg – 06.04.2020

Wort der Ermutigung

 

Jetzt sind tatsächlich Osterferien. Aber was sind das für Ferien, in denen das Reisen verboten ist? Was sind das für Ferien, die sich von der “schulfreien Zeit” in der Corona-Pandemie kaum unterscheiden? Aber ich habe einen Tipp für alle, die nicht verreisen können aber verreisen wollen. Verreist doch einmal gedanklich in die Welt der Bibel und seid Entdecker! Es gibt noch so viel Unentdecktes oder Zugewuchertes, was freigelegt werden müsste. Ich nehme gerne alle Interessierten mit auf meine Gedankenreise.

Die Karwoche hat begonnen. Beim Einzug in Jerusalem am 1. Tag der Woche wurde gejubelt. Hosianna-Rufe waren zu hören: “Herr, hilf doch!” Sie sind bis heute nicht verstummt. Sogar im hebräischen Wortlaut erklingen sie in vielen Abendmahlsfeiern der christlichen Kirchen. Hosianna rufen wir in der Corona-Krise und unsere Hoffnung ist groß auf den, der helfen kann.

Jesus ritt auf einem Esel. Das war unmissverständlich. Schließlich wussten viele, was im Buch des Propheten Sacharja (9,9) angekündigt wurde: “Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.”

Fünf Tage später, am 6. Tag der Woche, stellte der römische Prokurator Pontius Pilatus die Frage: “Soll ich euren König kreuzigen?” Die Hohenpriester antworteten: “Wir haben keinen König.” (Joh 19,15). Dann ließ Pilatus Jesus kreuzigen. Im Evangelium nach Johannes wird wie in keinem anderen Evangelium deutlich, dass Jesus durch die Repräsentanten der Macht sterben musste. Auch wenn immer von “den Juden” gesprochen wird, so sind es doch die “Hohenpriester und Diener”, die vor Pilatus seine Kreuzigung forderten (Joh 19,6). Sie sind “die Juden” der Passionsgeschichte (Joh 19,12), niemand sonst. Leider hatte unaufmerksames Bibellesen ohne Berücksichtigung des Kontextes schlimme Konsequenzen für Jüdinnen und Juden durch die Jahrhunderte. Sie wurden als “Gottesmörder” diffamiert, misshandelt und ermordet. Selbst von denen, die die Heilige Schrift kannten, ja sogar übersetzt haben. Gott sei es geklagt.

Immer wieder geschieht es, dass aus dem Zusammenhang gerissene Bibelstellen für eigene Ansichten, zur eigenen Rechtfertigung oder sonst wie missbraucht werden. Von den Jüdinnen und Juden in Beröa wird berichtet: “Sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich’s so verhielte.” (Apg 17,11) Dann glaubten sie, dass Jesus der Christus ist, die König des Juden. Später werden sie als die ersten Christinnen und Christen von Beröa bekannt, obwohl sie Jüdinnen und Juden geblieben waren. Obwohl das eine andere Geschichte ist, hat sie auch mit dem Phänomen, wie lese ich die Bibel, zu tun. Beröa wird heute Veria genannt, hat 66.547 Einwohner im Jahr 2011 gehabt und liegt am östlichen Hang des Olymp-Gebirges in der griechischen Region Mazedonien.

Heute möchte ich deshalb ermutigen, genau und gewissenhaft die Bibel zu lesen und neue Entdeckungen zu machen. Oberflächliches Lesen mag ein erster Zugang sein. Aber mit dem wiederholten Lesen der Heiligen Schriften Alten und Neuen Testaments dringen die Leserinnen und Leser in die Tiefe der Erkenntnis ein. Schon Jesus hatte gesagt: “Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind’s, die von mir zeugen; aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet.” (Joh 5,39+40). Wie wäre es! Seid Ihr dabei?

 

Ihr Pfr. Uwe Hasenberg, Vorsitzender des esb

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