Impuls von Pfr. Uwe Hasenberg – 28.04.2020

Wort der Ermutigung

 

Liebe Leserin und lieber Leser,

seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
Dazu ermutigt uns der Apostel Paulus im Brief an die Christen in Rom (12,11+12) und überall auf der Welt.
Vor wenigen Tagen, kurz vor Ostern bekam ich eine besondere E-Mail, die mich schmunzeln lies. In der E-Mail stand: “Was bist Du für ein Jüngling: 1967 geboren (wie unser ältester Sohn)! Dagegen bin ich ein schrumpfender Greis!” So hatte mich schon lange niemand mehr gesehen. Als Jüngling. Ich? Mit 52 Jahren? Und wer den Absender kennt, der denkt auch nicht an einen schrumpfenden Greis, sondern an einen körperlich, seelisch und geistig präsenten, gestandenen Mann im Herbst seines Lebens. Geschrieben hatte mir die E-Mail der ehemalige Präses des Gnadauer Verbandes, Dr. Christoph Morgner. Der Mann hat Humor. Das hat er auch in seinem Buch “Wer gerne lacht, bleibt länger jung” mit dem Untertitel: “Auf den Spuren eines fröhlichen Glaubens” erkennen lassen. Dass die Bibel ein Buch mit viel Humor ist, ist bekannt. Bestimmt haben die Menschen geschmunzelt, vielleicht sogar gelacht, wenn Jesus sagt:
Ihr blinden Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt!” (Matthäus 23,24)
Wer Ohren hat, der höre!” (Matthäus 11,15)
Lass die Toten ihre Toten begraben!” (Lukas 9,60)
Von seinen Jüngern wurde Jesus gefragt: “Wer ist nun der Größte im Himmelreich?” Und er rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie. (Matthäus 18,1+2)
Was für ein tiefgründiger Humor! Darin ist Jesus ganz der Vater, der Tiere geschaffen hat, die mit ihren langen Nasen Nahrung in den Mund befördern, wie das die Elefanten tun, die sich farblich ihrer Umgebung anpassen wie die Chamäleons, die als gefräßige Raupen in einem Kokon sterben und als bunte Schmetterlinge wieder lebendig werden.
Humor ist auch in dieser Zeit gefragt. Der “Freude auch in schwierigen Zeiten” widmet Christoph Morgner in seinem Buch ein ganzes Kapitel. Ich möchte heute daraus zitieren: “Selbst dann, wenn die äußeren Umstände alles andere als ergötzlich sind, leben wir als Christen unter einem heiteren Himmel. Dass Gott uns herzlich liebt und uns wohlgesonnen ist, erweist sich auch, wenn wir das nicht spüren. In diesen Momenten erscheint uns Gott fraglich, und seine Güte wirkt wie ein hohles Wort. Die Lebensumstände sprechen schließlich deutlich dagegen, oder? In solchen Augenblicken zerbricht uns nicht Gott, sondern die Bilder zerbrechen, die wir uns von ihm gemacht haben. Wir werden in solchen Stunden Opfer der Vorstellungen, die wir von Gott im Kopf haben. Sie haben in uns Form angenommen durch unsere Erziehung, durch unsere religiöse Prägung und durch landläufige Meinungen. Denen zufolge haben wir es mit einem “lieben Gott” zu tun, der allen wohl- und keinem wehzutun hat. Er ist harmlos. Am liebsten hat er uns, so meinen wir, wenn er unsere Wünsche erfüllt und uns das gibt, was wir uns in den Kopf gesetzt haben. Kommt es anders und werden wir durch schreckliche Ereignisse schockiert, rebellieren wir: “Wie kann Gott das zulassen?!” oder sagen ihm gänzlich Lebewohl. Doch der Gott, von dem uns die Bibel berichtet und der uns in Jesus Christus begegnet, ist völlig anders. Seine Liebe zu uns zeigt sich nicht darin, dass er uns die Wünsche von den Augen abliest und uns das gibt, was wir gerne hätten.” (S. 108f.) Das könnte auch unangenehm sein.
So ist es einem Ehepaar ergangen. Es wollte seinen 120. Geburtstag in diesem Jahr feiern wollte. Denn Mann und Frau waren jeweils 60 Jahre alt geworden. Die Frau hatte einen Geburtstagswunsch und machte ihn zu ihrem Gebetsanliegen: “Lieber Gott, ich habe mich viele Jahrzehnte nicht geschont. Um meinen Mann und meine Familie habe ich mich gekümmert. Darüber hinaus habe ich mich in der Kirchengemeinde eingesetzt. Zu einer Urlaubsreise hat es nicht gereicht. Nun wünsche ich mir zum Geburtstag eine Weltreise. Endlich einmal ausspannen, sich verwöhnen lassen und die schönsten Städte der Welt sehen, das wäre prima. Amen.”
Das Gebet wurde erhört. Augenblicklich, wie von Geisterhand gesteuert, lagen alle Unterlagen, alle Flug- und Kreuzfahrttickets vor ihr. Die Frau war selig und strahlte über das ganze Gesicht. Aber ihr Mann wurde ganz neidisch. Er brachte seinen Wunsch vor Gott und betete: “Lieber Gott, ich hätte gerne eine dreißig Jahre jüngere Frau. Amen.” Auch dieses Gebet wurde sofort erfüllt. Plötzlich und sofort war der Mann 90 Jahre alt.
Bitten wir Gott nicht, dass wir das bekommen, was wir gerne hätten, sondern dass sein Wille geschehe. Er muss nicht unbedingt zu meinem Willen werden. Aber mit den Worten des Liederdichters Albert von Preußen können wir darauf vertrauen:
“Was mein Gott will, gescheh allzeit,
sein Will, der ist der beste.
Zu helfen dem er ist bereit,
der an ihn glaubet feste.
Er hilft aus Not, der treue Gott,
er tröst’ die Welt ohn Maßen.
Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut,
den will er nicht verlassen.” (EG 364,1)
Das wird besonders in den Tagen vor Ostern, zu Ostern und nach Ostern an Jesus von Nazareth deutlich. “Der Mensch ist über das erhaben, was ihm widerfährt. Persönlich gesprochen: Ich bin nicht mein Schicksal, meine Unterdrückung, auch nicht meine Krankheit. Ich gehe nicht in dem auf, was mir zustößt. Ich stehe darüber.” (Morgner, S. 114). Jesus Christus ist auferstanden von den Toten. Er lebt. Halleluja.
Weil er lebt, ermutige ich uns: “seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.”

 

Ihr Pfr. Uwe Hasenberg, Vorsitzender des esb

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